Perianale Thrombose

Bei der Perianalen Thrombose oder auch Analvenenthrombose handelt es sich um ein akut einsetzendes Krankheitsbild. Im Bereich des Analrandes bildet sich ein unterschiedlich großer, mitunter sehr schmerzhafter Knoten. Ursache ist ein Blutgerinnsel (Thrombose) in einer der Analrandvenen. Der Begriff der Thrombose führt häufig zu Ängsten, es handelt sich jedoch um eine völlig harmlose Erkrankung.

Die Ursachen für die Entstehung einer Analvenenthrombose sind bis heute nicht geklärt. Häufig sind junge Menschen von der Erkrankung betroffen. Erklärungsversuche erwähnen Pressen bei der Stuhlentleerung, langes Sitzen/Radfahren, Schwangerschaft, Durchfallerkrankungen und andere alltägliche Gegebenheiten als mögliche Auslöser. Aber auch vorgegebene und nicht veränderliche Ursachen wie Gefäßwandschädigungen, verlangsamter Blutfluß und eine veränderte Zusammensetzung der Blutbestandteile werden angeschuldigt.

Abzugrenzen ist die Perianale Thrombose von einem Hämorrhoidalleiden. Häufig wird für die Analvenenthrombose auch irreführend der Begriff der äußeren Hämorrhoide verwandt, obwohl es sich um eine völlig andere Erkrankung handelt – Hämorrhoiden entwickeln sich aus den Hämorrhoidalgefäßen im Analkanal, eine Analvenenthrombose entsteht in den Venen des Analrandes.

Zwei unterschiedliche Behandlungswege stehen zur Verfügung:

• ist die Schmerzsymptomatik erträglich und der Knoten nicht zu groß, und unterbleibt eine spontane Perforation (Platzen), kann abgewartet werden, können Schmerzmittel und entzündungshemmende sowie abschwellende Medikamente verabreicht werden. Meist bildet sich der Knoten dann nach Wochen zurück, gelegentlich verbleibt hier eine kleine Mariske (Falte der Analhaut)

• bei ausgedehntem Befund mit starken Schmerzen empfiehlt sich unter lokaler Betäubung den Knoten zu entfernen. Dies schafft eine sehr rasche Erleichterung, nach einer Woche ist die kleine Wunde gewöhnlich völlig abgeheilt.

Die Entscheidung zur richtigen Therapie wird bei uns immer gemeinsam mit dem Patienten getroffen, denn der Leidensdruck ist hierbei in der Regel der entscheidende Parameter.

 

Dr. Ingo Deist

Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie, Proktologie